Die Publikation „Der Seele Innerstes ward offenbar“ zu Walther von Goethe verbindet ausschließlich Weltersteinspielungen mit einem umfangreichen Begleitbuch (herausgegeben von Ulf Bästlein und Ariane Ludwig). Eine große stilistische Bandbreite zeichnet die Kompositionen des ältesten, fast völlig vergessenen Enkels Johann Wolfgang von Goethes aus: von zarten miniatures en musique über sarkastische und ironische Szenen bis hin zu weitgespannten Balladen.
Der Schüler Felix Mendelssohn Bartholdys und Carl Loewes vertonte unter anderem Texte seines Großvaters, Heinrich Heines, heute weitgehend unbekannter Dichter und auch eigene Gedichte. Kompositorisch schlug er einen eigenständigen, oft experimentellen Weg ein. Zentral ist seine Ästhetik der Innerlichkeit. Manches (harmonische Brechungen, überraschende Modulationen) klingt fast ‚modern‘. Die Grenzbereiche zwischen gesungenem Ton und deklamatorischer Sprache lotet von Goethe immer wieder aus. Da er das Lied von der vokalen Melodie her denkt, prägen sich viele seiner Lieder unmittelbar ein.
Zu hören sind Ulf Bästlein (Bariton) und Silke Evers (Sopran). Ihre musikalischen Partner an den Flügeln – fünf historische Instrumente, darunter der Nannette-Streicher-Flügel der Familie Goethe – sind Christoph Ritter und Hedayet Jonas Djeddikar. Beiträge zu biographischen, musik- und kulturgeschichtlichen Aspekten verfassten u.a. Ulf Bästlein, Dieter Borchmeyer, Jochen Golz, Peter Gülke, Christian Hain, Karsten Hein und Ariane Ludwig.