Die Geigerin und Bratschistin Christine Wu, Gewinnerin des CD Recording Prize mit Outhere Music beim ersten Berlin Prize for Young Artists, erkundet auf ihrem neuen Album „Recollection(s)“ für Channel Classics Records die Beziehung zwischen Zeit und Erinnerung. Auf der Violine interpretiert sie Saariahos Nocturne, in dem Erinnerungen versuchen, die Grenzenlosigkeit der Zeit zu durchbrechen; Bachs Chaconne, deren wiederkehrende harmonische Struktur ein Gefühl von Ehrfurcht, Hoffnung und Transzendenz entstehen lässt; sowie Jeffrey Mumfords „eight musings … revisiting memories“, eine Neuimagination musikalischer Fragmente aus früheren Werken. Auf der Bratsche präsentiert Wu Joan Towers „Wild Purple“ und Weinbergs Sonate für Viola Nr. 2 op. 123, in denen wiederkehrende rhythmische Zellen die fragmentarische Natur des Erinnerns thematisieren; sowie Strawinskys Élégie, die logisch aufeinander aufbauende Erinnerungsprozesse hörbar macht.