Michael Gordon schreibt über sein neues Werk: ‚Schwärme von läutenden Glocken. Große Trommeln, die knallen. Metalle und Hölzer als Prozession die in der Ferne. Dichte Metallteile, Steine und Äste, die in den Himmel schaben. „Field of Vision“ entfaltet sich als eine sechzigminütige Einführung in bewegte Klänge - Klänge, die nicht stillsitzen, die kreisen, kollidieren, sich auflösen, die sich in Panoramabögen einer sich erweiternden Perspektive bewegen. Was als Schlag beginnt, wird zu Resonanz, zu Rhythmus, zu Architektur. Speziell konstruierte Perkussionsobjekte verschiedener Herkunft lösen, sobald sie aktiviert werden, eine Kettenreaktion von Obertönen aus, die verweilen, sich überlagern und sich zu einem donnernden Terrain verweben, das einen quasi-meditativen, fast ekstatischen Zustand herbeiführen soll – sowohl bei den Ausführenden als auch bei den Zuhörern –, in dem sich die Aufmerksamkeit schärft und auflöst und sich die Gedanken konzentrieren und treiben lassen. Mit Doug Perkins als Initiator und Kartograf und dem unerschrockenen University of Michigan Percussion Ensemble entwickelt sich das Werk zu einer Erforschung des Raums selbst. Wer kann den Raum stimmen? Die Antwort wird kollektiv: die Ausführenden, die Instrumente, die Zuhörer.‘ Der in Nicaragua geborene amerikanische Komonist Michael Gordon ist Mitbegründer des Neue-Musik-Festivals ‚Bang on a Can‘. Seine Musik wird und wurde überall in Europa und Nordamerika aufgeführt, auch von so namhaften Künstlern wie dem Kronos Quartet.