Nimbus Records entdeckte während der Lockdowns der Corona-Pandemie Juwele, die lange in den Regalen des Archivs schlummerten. Mehr als 50 Aufnahmeprojekte werden nun nach und nach veröffentlicht. Einige dieser Aufnahmen reichen bis zur Gründung von Nimbus in den späten 1960er Jahren zurück. Pianist Shura Cherkassky wurde Nimbus von Wilfred Stiff vorgestellt, der damals Direktor der Londoner Agentur Ibbs & Tillett war. Cherkassky galt damals als einer der ‚Großen’ der Generation, deren unbestrittener König Vladimir Horowitz war, aber nach einer langen, bemerkenswerten Karriere, die in der Mitte seiner Teenagerjahre begann, war seine Popularität im Konzertsaal und im Aufnahmestudio gesunken. Seine späte Karriere brauchte einen letzten Schub. Cherkassys erster Besuch dauerte vier Tage - vom 31. Januar bis 3. Februar 1981. Die Ergebnisse dieser Session wurden auf LP, aber nie auf CD veröffentlicht. Sie sind in Teil 1 dieser Reihe wieder erhältlich. Für diese zweite Session mit Stücken von Mily Balakirev, Piotr Tschaikowski, Sergei Prokofiev und Frédéric Chopin war das Studio wie zuvor eingerichtet, mit einemHamburger Steinway von 1969. Es war ein Studio, das so ganz anders war als die charakterlosen Räume, die Cherkassy nie gemocht hatte. Der große viktorianische Empfangssaal in Wyastone Leys war ein spektakulärer Aufführungsraum, seine raumhohen Fenster boten einen herrlichen Blick auf das Wye Valley. Shura war begeistert und signierte ein Exemplar seiner „Pictures at an Exhibition“-LP mit den Worten ‚To everyone in Nimbus with love and the most wonderful feeling of inspiration’.