Ronald Smith wandte sich in einer Zeit des Umbruchs in der Branche an Nimbus. Er besuchte das Nimbus-Studio, einen ruhigen Ort im Ballsaal des viktorianischen Herrenhauses in Wyastone Leys vor den Toren von Monmouth, insgesamt sechs Mal. Bei seinen ersten Besuchen im Februar und August 1980 konzentrierte er sich auf das eigentliche Kernrepertoire: Chopins Etüden op. 10 und op. 25, seine Sonate op. 58 und die Liszt-Sonate. Die Aufnahmen im Jahr 1980 erfolgten analoge auf Tonbandgeräten, was für Nimbus-Veröffentlichungen eine Seltenheit ist. Smiths Chopin-Etüden wurden im folgenden Jahr auf LP veröffentlicht. Auf dem LP-Cover wurde sogar die Katalognummer der kommenden Chopin/Liszt-Sonaten-Kombination angekündigt. Das Masterband war freigegeben und bereit für die Veröffentlichung. Doch die ‚digitale Revolution‘ der neuen CD stellte alles auf den Kopf: Die Tonträgerindustrie, die Medien und Fans verlangten nach digitalen Aufnahmen von Standardwerken. Die Plattenfirmen beeilten sich, die Nachfrage zu befriedigen (Nimbus bildete da keine Ausnahme), und unveröffentlichte analoge Master gerieten in Vergessenheit. Doch nun ist es endlich soweit: Ronald Smiths erste Nimbus-Aufnahmen werden 45 Jahre nach ihrer Entstehung erstmals veröffentlicht.