J. S. Bach war wohl der größte und kreativste „Recycler“ musikalischen Materials – sowohl seines eigenen als auch das fremder Komponisten –, eine Beobachtung, die Alexandra Nepomnyashchaya auf ihrer zweiten Solo-Einspielung für Linn eindrucksvoll belegt.
Auf dem Album „Transformations“ rückt die Pianistin und Cembalistin Bach als den überragenden Neuerfinder in den Mittelpunkt, der altes Material – sei es eigenes oder von anderen – stets meisterhaft in glanzvolle neue Werke verwandelte. Das Rezital präsentiert verschiedene brillante Transformationen Bachs, beginnend mit Vivaldis Violinkonzert in D-Dur und Marcellos Oboenkonzert in d-Moll. In Bachs Händen werden beide lebendig, farbenreich und auf eine Weise „ausgefüllt“, die sich weder Vivaldi noch Marcello hätten vorstellen können.
Die übrigen Werke des Programms sind außergewöhnliche Bearbeitungen von Bachs eigener Musik (Adagio in G-Dur und Sonate in d-Moll), Stücke, die ursprünglich für ein anderes Instrument geschrieben wurden (Prelude, Fugue and Allegro in Es-Dur), sowie ein Konzert ohne Orchester (das „Italienische Konzert“).