Hier hat alles begonnen: zwischen den Regalen der Bibliothek des Königlichen Konservatoriums von Brüssel. An diesem Ort der Erinnerung, an dem sich Musikkultur und musikalisches Erbe wie Schichten fruchtbarer Erde angesammelt haben, stieß Alyssia Hondekijn, die Harfenistin des Trios BECEL, auf eine vergessene Partitur: Arthur Meulemans' „Sonate für Flöte, Viola und Harfe“ – ein Werk, das seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr zu hören war und nur darauf wartete, von abenteuerlustigen Musikern wiederentdeckt und gespielt zu werden. Diese Entdeckung brachte einen Gedanken auf: Was, wenn es noch andere verborgene Schätze gäbe, andere Notenblätter, die dieser ungewöhnlichen Instrumentenkombination gewidmet sind? Und so entstand „Oasis“, das Debütalbum des Trio BECEL. Die Idee der drei Musiker war äußerst fruchtbar: Sie konzipierten ein vollständig belgisches Programm mit Werken, die ursprünglich für Flöte, Viola und Harfe geschrieben worden waren. Das Trio verzichtete auf Transkriptionen und entschied sich dafür, das belgische Musikerbe des 20. und 21. Jahrhunderts zu erkunden. Die hier versammelten Werke – die noch nie zuvor aufgenommen wurden – zeichnen ein kontrastreiches Bild. Meulemans blickt nach Deutschland und Frankreich, während Paula Defresne György Kurtágs Ungarn huldigt. Alain Craens beschwört ein grünes Afrika herauf. Michel Lysight greift auf den amerikanischen Minimalismus zurück. Pierre Bartholomée transponiert die Palette eines britischen Malers, Wilfried Westerlinck die Prägnanz japanischer Haikus. Vom alten Kontinent bis zu den fernsten Horizonten bilden diese Stimmen einen Klangarchipel, der ein weltoffenes, kosmopolitisches Belgien widerspiegelt.