Jean Sibelius komponierte „Scaramouche“, eine Ballett-Pantomime, die 1912 von seinen Verlegern für ein Theaterstück von Poul Knudsen in Auftrag gegeben wurde. Die Handlung spiegelt das immense Interesse des frühen 20. Jahrhunderts an Clowns und der Commedia dell’arte sowie an erotischem Verlangen, Tod und Makabrem wider – dieselben Phänomene, die Igor Strawinskys „Pétrouchka“ und Arthur Schönbergs „Pierrot Lunaire“ hervorbrachten. Selim Palmgren, ein jüngerer Zeitgenosse von Sibelius, der vor allem als Komponist von Klaviermusik bekannt ist, schrieb ebenfalls Musik für das Theater; seine Partitur für das Märchenstück „Tuhkimo ja kuninkaantytär“ (Tuhkimo und die Prinzessin) stammt aus den Jahren 1902–03. Larin-Kyöstis Stück erzählt die Abenteuer eines leidenschaftlichen Jugendlichen namens Tuhkimo und verbindet Merkmale der bekannten „Aschenputtel“-Geschichte mit Elementen aus einer Vielzahl von Volksmärchen und Fabeln. Einar Englund studierte Komposition bei Palmgren (und später bei Aaron Copland). Besonders gelobt wurde seine Filmmusik zu Erik Blombergs Film „Valkoinen peura“ (Das weiße Rentier) aus dem Jahr 1952, die im Erscheinungsjahr bei den Jussi-Awards (den finnischen Oscars) den Preis für die beste Originalmusik gewann.
Kalervo Tuukkanen lehrte drei Jahre lang an der Universität Viipuri, bevor er von 1942 bis 1944 als Kapellmeister in Pori an der finnischen Ostseeküste tätig war. Er war eines der Gründungsmitglieder von „Suomen Säveltäyät“ (dem finnischen Komponistenverband), und seine Komposition „Karhunpyynti“ (Bärenjagd) wurde bei den Kulturolympiaden 1948 in London (wo Finnland eindrucksvoll die Medaillenwertung anführte) mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. „Joulusarja“ (Weihnachtssuite) stammt aus seiner Partitur von 1953 für eine Inszenierung des Theaterstücks „Die Erzählung des letzten Hirten“ von Walter Bauer; ihre fünf Sätze decken die bedeutsamsten Teile der Weihnachtsgeschichte ab.