Mel (Mélanie Hélène) Bonis wurde 1858 in Paris geboren und zeigte schon früh ein außergewöhnliches musikalisches Talent. Ab ihrem sechzehnten Lebensjahr besuchte sie das Pariser Konservatorium, wo sie gemeinsam mit Claude Debussy und Gabriel Pierné bei César Franck studierte. Ihre leidenschaftliche Beziehung zum Sänger Amédée-Louis Hettich wurde von ihren Eltern missbilligt, die sie dazu drängten, Édouard Domange zu heiraten, einen zweimal verwitweten Industriellen mit fünf Kindern. Bonis widmete sich ganz ihrer Rolle als Ehefrau und Stiefmutter, bis ein Wiedersehen mit Hettich in den 1890er Jahren ihr ernsthaftes Interesse am Komponieren wieder entfachte. Sie komponierte mehr als 300 Werke, darunter Stücke für Soloklavier, Kammermusik und über vierzig Mélodies für Gesang und Klavier. Da Bonis zu bescheiden für Selbstdarstellung war und Opfer von Geschlechterdiskriminierung wurde, geriet ihre Musik nach dem Ersten Weltkrieg in Vergessenheit, und sie wurde aufgrund von Arthritis bettlägerig. Sie komponierte bis zu ihrem Tod im Jahr 1937 weiter. Ihr Orchesterwerk stammt aus zwei Jahrzehnten, zwischen 1891 und 1912, und dieses Album stellt einen guten Überblick über ihr Werk dar.