Im Auftrag der Propagandaabteilung des sowjetischen Staatsmusikverlags zur Feier des zehnten Jahrestags der Oktoberrevolution entstand die Schostakowitschs Sinfonie „An den Oktober“, die als seine zweite Sinfonie bekannt ist und die 1927 in Leningrad uraufgeführt wurde. Es handelt sich um ein kurzes, durchkomponiertes Werk von etwa zwanzig Minuten Dauer, dessen Struktur vier Abschnitte umfasst. Sie beginnt mit einem Largo, das das ursprüngliche Chaos darstellen soll, aus dem die Ordnung hervorging, und endet mit einer Chorvertonung von „An den Oktober“, einem Gedicht von Alexander Bezymensky, das Lenin und die Oktoberrevolution lobt. Die Sinfonie weist eine deutliche stilistische Abkehr von Schostakowitschs erster Sinfonie auf und ist weitaus modernistischer und avantgardistischer. Die Zweite Sinfonie hinterließ weder in Russland noch im Westen großen Eindruck und wird nur selten aufgeführt. Im Gegensatz dazu erhielt die Fünfte Sinfonie bei ihrer Uraufführung Standing Ovations, die über eine halbe Stunde lang anhielten, und wurde sowohl von Staatsbeamten (weil sie alles efüllte, was sie von Schostakowitsch verlangt hatten) als auch vom Publikum (das sie als Ausdruck des Leidens empfand, dem es unter Stalin ausgesetzt war) gefeiert. Die Fünfte Sinfonie ist eines der bekanntesten und meistgespielten Werke Schostakowitschs und gehört mittlerweile zum Standardrepertoire von Orchestern auf der ganzen Welt.