Als Decca Records in den Nachkriegsjahren der 1940er seine revolutionäre „Full Frequency Range Recordings“ (FFRR)-Technologie entwickelte, bewarb das Label diese mit einer Reihe neuer Aufnahmen seiner bedeutendsten Künstler: Kathleen Ferrier, Victor de Sabata … und Enrique Jordá. Ebenso nutzte Decca einige Jahre später den entscheidenden Schritt zur LP, um deren hohe Klangtreue und Benutzerfreundlichkeit mit Aufnahmen zu bewerben, die in Genf von Ernest Ansermet und dem jungen Dirigenten eingespielt wurden, den er zu seinem Nachfolger an der Spitze des Orchestre de la Suisse Romande bestimmt hatte: Ataúlfo Argenta.
Diese Edition vereint erstmals sämtliche Aufnahmen, die Enrique Jordá in der 78er-Ära eingespielt hat, nun in ihrer ersten offiziellen digitalen Restaurierung; ergänzt wird sie durch seine LP-Diskographie. Enrique Jordá (geboren 1911) und Ataúlfo Argenta (geboren 1913) waren die ersten spanischen Dirigenten von internationalem Rang. Sie erlangten diesen Ruf durch unverstellte, dynamisch vitale Interpretationen des romantischen und des Repertoires des 20. Jahrhunderts, die Decca in diesen Aufnahmen festhielt.
Sowohl Ataúlfo Argenta als auch Enrique Jordá galten bei Orchestern und Plattenfirmen als Garanten für Authentizität im spanischen Orchesterrepertoire von Manuel de Falla, Isaac Albéniz, Joaquín Turina, Joaquín Rodrigo und anderen. Zugleich strebten beide danach, auch für ihre gleichrangige Meisterschaft im französischen und deutschen Repertoire anerkannt zu werden.
Hört man heute Ataúlfo Argenta mit der Faust-Sinfonie von Franz Liszt und Franz Schuberts „Großer“ C-Dur-Sinfonie sowie Enrique Jordá in Joseph Haydns Sinfonie Nr. 88 und Wolfgang Amadeus Mozarts „Linzer“ Sinfonie, so lässt sich erkennen, welche Einsichten sie aus einer hispanischen Perspektive in das deutsch-österreichische sinfonische Repertoire einbringen.