Erschienen am: 08. Jul. 2013

Arneth, Otto / Radiosinfonie-Orchester Stuttgart / Südfunkchor Stuttgart / West, Lucretia / Wolansky, Raymond / Wiemann, Ernst / Bremert, Ingeborg / Leitner, Ferdinand
L'Orfeo (dt. Version v. Carl Orff)

Komponist: Monteverdi, Claudio
Label: Profil
Art. Nr.: PH13029
Kategorie: Oper
Format: CD
EAN:

Carl Orff kehrte 1919 nach Tätigkeiten am Nationaltheater Mannheim und am Hoftheater Darmstadt wieder in seine Geburtsstadt München zurück. Er konnte sich hier und auch überregional als Komponist schnell einen Namen machen. Ein erster Abend mit eigenen Werken in Berlin fand 1921 aber nur wenig Anklang. Der Direktor der Staatlichen Sammlung alter Musikinstrumente, Curt Sachs, machte Orff auf die Musik des 17. Jahrhunderts aufmerksam, er riet ihm, ""bei Monteverdi in die Lehre zu gehen"". Mit der Bearbeitung des ""L'Orfeo"" begann für Orff 1923/24 eine Reihe von Wiederentdeckungen der berühmtesten Werke des italienischen Meisters. Die Neufassungen galten sowohl in aufführungspraktischer als auch in musikhistorischer Hinsicht als Pionierleistung und waren richtungsweisend für die Herausbildung von Orffs musikalischer Sprache. Er schrieb selbst: ""Ich fand eine Musik, die mir so vertraut war, als hätte ich sie längst gekannt, als hätte ich sie nur wiedergefunden. Es war eine innere Übereinstimmung, die mich sehr bewegte und die Neues in mir aufbrechen ließ."" Orff wollte nicht einfach eine musikhistorische Rekonstruktion schaffen: Er fasste das Werk neu, in freier Bearbeitung. Er raffte dabei den Stoff und reduzierte die Handlung. Zusammen mit der Musikerin und Schriftstellerin Dorothee Günther schuf er eine Übersetzung und Neubearbeitung des Librettos.
Die Uraufführung des neuen ""L'Orfeo"" am 17. April 1923 im Nationaltheater Mannheim in der ursprünglichen Besetzung und zum Teil mit originalen Instrumenten blieb nicht ohne Wirkung. Doch zog Orff diese Neufassung zu einer weiteren Bearbeitung wieder zurück. Nach einer zweiten, praktikableren Fassung, die am 13. Oktober 1929 in München gezeigt wurde, machte sich Orff sofort danach an die dritte und letzte Version. Die Einführung eines Sprechers anstelle eines Prologs der Musica bringt eine Annäherung an das zeitgenössische Opernoratorium. Auch in der Instrumentation und formalen Zusammenfassung machen sich moderne Gesichtspunkte geltend: Dem traditionellen Orchester fügte Orff zwei Bassetthörner, zwei Harfen und drei doppelchörige Lauten hinzu. Die Begleitung der dramatischen Rezitative wurde den Streichern und Bläsern übertragen. Es entstand somit ein neues Klangbild mit modernen Instrumenten. Die Uraufführung dieser definitiven Neufassung fand am 4. Oktober 1940 unter Karl Böhm in Dresden statt.
Bei der vorliegenden Aufnahme handelt es sich um eine Einspielung, die am 15. Mai 1958 unter der Leitung von Ferdinand Leitner im Schwetzinger Schlosstheater gemacht wurde.